
Vor langer Zeit lebte tief im Wald auf der Federlesmahd ein Riese dessen Herkunft bis heute nicht bekannt ist. Dieser Riese von der Federlesmahd war ein grober Kerl, dem die Bauern aus den umliegenden Dörfern
jeden Tag etwas Frisches zum Essen und zu Trinken bringen mussten. Wenn die Bauern ihm weniger
brachten als er mochte oder gar einmal ihre Pflichten ihm gegenüber vergaßen, dann packte den Riesen
die Wut. Er zwang seine Knechte ihm zu Folgen und so zog er mit ihnen voller Groll durch Felder und Wiesen, las auf was er fand und stopfte alles in sein gieriges und gefräßiges Maul.
Ja – sie kamen sogar bis ins Dorf, erschlugen ein paar Tiere und sogar Leute und der Riese fraß sie mit Haut und
Haaren auf. Niemand wagte es sich dem Ungeheuer und seinen Knechten zu widersetzen.
Nach seinem Ableben zogen die Bauern und Bürger gesammelt auf die Federlesmahd um die
Knechte zu befreien und die Burg des Riesen zu zerstören.
Die Steine der zerstörten Burg schleppten sie in die nahen Dörfer um daraus Kirchen, Häuser,
Ställe und Brunnen zu bauen. Man erzählt sich, diese Steine seien stellenweise heute noch als
Zeitzeugen überall in Leinfelden-Echterdingen zu finden, wie zum
Beispiel die Grundmauern des Leinfelder Hauses, Teile vom
alten Rathaus in Echterdingen, das alte Bahnhöfle in Musberg oder
der Brunnen in Stetten gegenüber des Friedhofes.
Seit dem Tod des Riesen und der Zerstörung seiner Burg kommen alljährlich, nämlich zu Beginn
eines jeden Jahres, die Knechte der Federlesmahd aus ihren Höhlen gekrochen, um der
Bevölkerung der Dörfern für die Zerstörung der Burg des Riesen von der Federlesmahd
und ihrer Befreiung zu danken. Jedes Jahr, am 06. Januar, kommen die Knechte von der Federlesmahd in die Dörfer hinab, um gemeinsam mit den Bauern und Dorfbewohnern den Winter aus dem Land zu treiben, damit die Bauern ihre Saat auf den Feldern ausbringen können, welches das Überleben der Bewohner der Fildern seither sicherte.